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Im Mittelalter gab es den Begriff „Adel“ für Personen garnicht. "Adelig" bezeichnet eine Einstellung, aber keinen Gesellschaftsstand. Dementsprechend findet sich die Bezeichnung in den mittelalterlichen Quellen auch nicht. Im Sachsenspiegel z.B. ist durchgängig von den „Freien“ die Rede und in den Urkunden ist immer von „Freiherren“ (‚vrihere‘), oft auch nur 'her' oder Edelherren die Rede
Der niedere "Adel" ist in Deutschland aus den sogenannten "Altfreien" des Frühmittelalters (7.-10. Jh.) und den "Ministerialen" des 11. Jh. hervorgegangen. Letztere waren ehemalige Unfreie und Hörige, die von Fürsten und vor allem dem König für die Verwaltung von Domänen und Burgbezirken eingesetzt wurden.
Das die Einsetzung von aus niederem Stand Geborenen in Ämter, die ursprünglich den altfreien Edelherren zustanden bei diesen natürlich nicht auf Begeisterung stieß, ist nachvollziehbar. Es war unter anderem auch die Einsetzung von Ministerialen, die im Braunschweiger und Harzland ab der Mitte des 11. Jh. zu einem ernsten und schwerwiegenden Konflikt zwischen sächsischen Altadel und dem fernen Königtum führte, dieses aus dem Norden des Reiches verdrängte und die Grundlage für eine völlig eigenständige Entwicklung Norddeutschlands legte.

König Heinrich IV. aus der Dynastie der Salier versuchte seit Ende der 1060er Jahre mit der Einrichtung von königlichen Burgbezirken die Kontrolle des Königtums im Norden des Reiches zu festigen. Basierend auf dem Königsgut, welches Salier von ihren Vorgängern, den sächsischen Ottonen übernommen hatten, wollte Heinrich am Harz ein Königsterritorium einrichten und ließ zahlreiche Burgen erbauen. Er besetzte diese aber nicht mit ihm lehnspflichtigen sächsischen Adligen sondern mit süddeutschen Ministerialen. Möglicherweise wollte er die Schicht der "sächsischen Freien" zu einer Art Ministerialen umzuformen, also nach zeitgenössischem Verständnis niederdrücken. Dieser Verdacht, sowie Repressalien, Übergriffe und wirtschaftliche Belastungen führen 1073 zum offenen Aufstand.
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© R. Kasties
Präsentiert wird das Thema vom Franko- Flämischen Contingent (FFC 1066)
Die Gruppe hat aktuell 350 Mitglieder aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz.
Deskriptiv handelt es sich beim FFC um einen Interessenverband aus Einzelpersonen und Vereinen mit einer normannischen oder salischen "Living-history-Darstellung" des Zeitraums 1050 - 1080 A.D.
Hauptziel liegt per Definitionem in der Teilnahme bei der nächsten großen Reenactmentschlacht, voraussichtlich 2012, in Hastings. Entsprechend lehnt sich die Struktur des FFC primäre an die eines militärischen Aufgebotes mit zugehörigem Tross an.
Text Stefan Brügge
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