2200 v. Chr.
500 v. Chr.
Stein - Kupfer - Bronze
Noch eine Revolution...die Bronzezeit

Die Bronzezeit hat ihren Namen nach einem neuen Werkstoff, der sich in der Zeit zwischen 2200 und 500 v.u.Z. zunächst in Südost-, dann in ganz Europa verbreitete.

Ihre Wurzel hat die Bronzezeit noch im Endneolithikum. Die eigentlich revolutionäre Innovation des beginnenden Metallzeitalters war die Entdeckung des noch reinen Rohstoffes Kupfer als Werkmaterial, wie es in der sog. "Kupfersteinzeit" bereits ab 3500 v.u.Z. in Südosteuropa und in Mitteleuropa seit ca. 2500 v.u.Z. Verwendung fand. Insofern ist die Gleichstellung "werkstofftechnische Revolution" = "Bronzezeit" = "Metallzeitalter" irreführend.

Kupfer erwies sich auf lange Sicht als zu weich und nur mangelhaft widerstandsfähig. Erst mit Erfindung einer Legierung aus 9 Teilen Kupfer und 1 Teil Zinn, welche zu besseren Eigenschaften des neuen Materials führte, beginnt die Bronzezeit.

Nach Norddeutschland gelangte die Bronze erst in der ersten Hälfte des 2. Jts. v.u.Z. und zunächst nur als Importprodukte.

Bildrechte Oliver Borgwardt

Fast alle bronzezeitlichen Funde stammen aus Grab-, Hort- und Depotfunden. Dies erklärt sich zum aus dem Wert, den Metall darstellte. Unbrauchbar gewordene Metallgegenstände wurden weder weggeworfen, denn Bronze ist beliebig wieder verwendbar. Auch bei der Ausstattung der Toten ging man deshalb noch nicht allzu freizügig mit Beigaben aus Metall um. Nur sozial und wirtschaftlich besonders hervorgehobene Personen wurden mit zahlreichen Beigaben aus Metall beigesetzt. Die daraus abzuleitende Schlussfolgerung, je niedriger der Sozialstatus, desto geringer in der Regel auch die Beigaben, wird in der Forschung nur vorsichtig und unter starken Vorbehalt formuliert.

Hort- und Depotfunde stellen in ihrer Mehrheit religiös motivierte Niederlegungen dar (Weihe- und Opfergaben, Selbstausstattung für das Jenseits). Teilweise handelt es sich dabei auch um Materialsammlungen zur späteren Bergung und Wiederverwertung (Händlerdepots, Brucherzdepots für Handwerker).

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Hinter der Vermittlung und Organisation des europaweiten Rohstoffhandels und der Verbreitung technologischer Innovationen standen regionale und überregionale Autoritäten, welche diese Vorgänge schützten und kontrollierten. Mit zunehmender Verbreitung der Bronzetechnologie und der Ausweitung des Handels mit Rohstoffen und Fertigprodukten entwickelte sich so in ganz Europa eine Art "Herrenschicht", eine "Adelskultur", welche über den Zugang zu den notwendigen Rohstoffen verfügte.

Die Menschen, die um die Verarbeitungstechnologie der neuen Rohstoffe wussten, erlangten in der Gesellschaft eine besondere soziale Stellung. Wahrscheinlich waren der Bergbau und die Metallverarbeitung die ersten Gewerbezweige, die sich sozial und wirtschaftlich aus dem sonst landwirtschaftlich geprägten Leben herauslösten.

In der Folge entwickelte sich daraus eine arbeitsteilige Gesellschaft. Ihren unmittelbarsten Ausdruck findet dieses Gesellschaftssystem in der Anlage von Höhenburgen, Städten und den sog. "Fürstengräbern". Die auffälligsten Hinterlassenschaften der Bronzezeit und ihrer gesellschaftlichen Ausdifferenzierung sind die Hügelgräber, die namensgebend für die ganze mittlere Kulturperiode der Bronzezeit sind (1600 bis 1300 v.u.Z.).

Bronzezeitliche Kulturen und Fundstätten im Braunschweiger Land »»»